Fernsehköche ersetzen die Mama am TV-Herd


Alle Statistiken belegen, dass im Laufe der letzten 30 Jahre immer weniger gekocht wurde. Heute investieren wir für die Zubereitung unserer Speisen nur noch wenige Minuten, um dann alle drei Mahlzeiten in einer guten halben Stunde hinter uns zu bringen. Dass trotz dieses Desinteresses immer mehr Köche auf dem Bildschirm erscheinen, legt die Vermutung nahe: Die Kochsendungen im Fernsehen fördern das Kochen nicht - sie ersetzen es.

Die Koch-Shows laden mithin nicht wirklich zum Essen ein, sondern vor allem zur Flucht aus der realen Welt heutiger Ernährung. Die alltägliche Überforderung der Esser angesichts eines überbordenden Angebots an Nahrungsmitteln und Ernährungsmoden, dazu die aus kultureller Entleerung erwachsende Ratlosigkeit über mögliche Zubereitungen oder nötige Koch- und Kulturtechniken werden für eine halbe oder eine ganze Fernsehstunde lang ausgesetzt.

 

Aber es kommt, beim öffentlichen Kochen, noch vieles an emotionalem Tiefgang hinzu. Wenn es stimmt, dass sich Essen in unserer Gefühlswelt noch immer mit kochenden Müttern auch mit Heimat verbindet, dann besetzen die Kochsendungen heute ebendiese emotionale Lücke. Denn wirklich sehen ja auch Menschen zu, die in ihrem Leben noch nie einen Topf in der Hand hatten, geschweige denn ahnen, wie ein "Thymianjus" zum Lamm herzustellen wäre.

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Xaver als Elefantenstemmer
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verband der köche österreichs
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„Wenn du ein Schiff bauen willst, so rufe nicht Männer zusammen,

um Holz zu sammeln, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem endlos weiten Meer.“

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